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Was läuft schief im Honorar-System

Was verdient der Arzt bei sprechender Medizin  ab dem 1.10.2013 ?

 

Ab dem 1. Oktober gilt eine neue Gebührenordnung für Kassenärzte (EBM). Dieser neue EBM ist ein dickes Buch mit undurchschaubaren Ziffern, Kombinationsausschlüssen und Bedingungen, an die Leistungen geknüpft werden und für viele Ärzte nicht mehr verstehbar, da hier plötzlich für ältere relativ gesunde Patienten mehr gezahlt wird als für schwer kranke junge und viele andere Ungereimtheiten darin enthalten sind.

 

Er wird trotzdem als neuer Durchbruch und als gerechtere Honorarverteilung gepriesen, nachdem in den letzen Jahren die sprechende Medizin und die Hausarztmedizin durch Fallpauschalen und Budgetierungen massiv beeinträchtigt wurden. Der neue EBM soll deutliche Verbesserungen auch für die sprechende Medizin enthalten, welche dringend nötig sind, denn Milliarden werden im Gesundheitswesen jährlich vergeudet, da die notwendigen Ursachenanalysen bei Erkrankungen nicht durchgeführt werden, ganz besonders schlimm im umweltmedizinischen, psychischen und auch psychosomatischen Bereich (siehe Studie Prof. Lamprecht MHH Hannover 1997 „Zu den ökonomischen Folgen nicht durchgeführter psychosomatischer Anamnesen“)

 

NGWFA ist der Sache nachgegangen und hat nachgerechnet:

Nach wie vor wird in diesem EBM mit Fallpauschalen agiert in Höhe von 12,20 bis 21,00 Euro für insgesamt 3 Monate hausärztliche Betreuung.  Nein, Sie haben sich nicht verlesen: Nicht für ein Telefonat zur Nachtzeit oder ähnliches, für 3 Monate Betreuung durch Ihren Hausarzt, egal wie viele Fragen Sie an ihn haben, egal wie oft sie ihn anrufen oder auch nur kurz besuchen!

 

Weiterhin werden in diesem Gebührenwerk sprechende Leistungen erneut stark benachteiligt:

  • Sie werden in der Menge rationiert, maximal jeder 2. Patient darf pro Quartal einmal bis zu 10 weitere ( unterbezahlte ) Minuten sprechen. Sie werden z.B. nur für jeden 2. Patienten über 9 Minuten hinaus bezahlt 1x pro 3 Monate !!!, so steht es schön versteckt in der Präambel de großen und sehr undurchsichtigen Werkes und dann mit großzügigen 9€ .

  • durch Falschberechnung auf Mindestzeitbasisberechnung anstatt Durchschnittszeitbasis stark unterbezahlt s.u.

  • und zeitlich stark eingeschränkt, d.h. auch bei schwersten Erkrankungen maximal 10 Minuten, falls ihr Arzt noch mit anderen Patienten in seiner Praxis spricht !

 

Die Honorare für sprechende Medizin sind  im EBM 2013 so niedrig, dass man sich fragt

  • Wer will hier was mit dieser Unterbezahlung eigentlich erreichen ?

  • Wieso überhaupt Rationierung bei sprechender Medizin, die wissenschaftlich erwiesen Milliarden Kosten pro Jahr für uns alle sparen kann ?

  • Was ist eigentlich mit dem Mindestlohn für sprechende Mediziner ?

  • Sind 21,20€ pro 19 Minuten Behandlungszeit genügend bezahlt = 63,50 € Stundenumsatz  ?    Autowerkstätten nehmen 110€ /Stunde ! 

Zur Information: Umsatz ist nicht gleich Gewinn: Der Kostensatz von Allgemeinarztpraxen liegt im Durchschnitt bei 50 – 70€ pro Stunde.  63,50€ pro Stunde bedeuten 3,50€ Gewinn, d.h. Arztlohn / Stunde.

 

Dies bedeutet nach wie vor dass nur oberflächliche Behandlung vom Arzt per GKV Karte bezahlt wird, denn: Geld mit seiner Praxis verdienen kann der Freiberufler Arzt immer nur, wenn die Kontaktzeit maximal 5 Minuten ist / Patient ( plus 1 Minute für Patienten wechsel )  = 10 Patienten pro Stunde sind möglich x 12, 20 = 122€ - minus Kostensatz von 60€ = 60€ Gewinn für den Arzt.  NGWFA Kommentar: Auch nicht gerade viel für einen akademischen Beruf mit hoher Verantwortung und hohem persönlichen Dauer-Einsatz finden wir, aber immerhin.

 

Umsatz bei Kontaktzeit 8 Minuten: 7 Patienten pro Stunde sind möglich = 85, 40€ Umsatz minus 60€ Kostensatz ergibt einen Gewinn für den Arzt von 25,40 € / Stunde !

Jeder Patient, mit dem mehr als 8 Minuten gesprochen wird, ist eine Belastung für den Behandler, denn der kostet den Arzt ca. 20€- 300€ / Quartal, ganz besonders, wenn dieser entweder wirklich ausführlich sprechend muss ( dann ist eine Stunde schnell vorbei ! ) oder wenn dieser z.B. wegen einer schwierigen chronischen Erkrankung mehrfach kommen muss ( 3- 5  Stunden pro 3 Monate ist nicht zu viel !) .

 

NGWFA Fragen:

  • Wer hat hier wieso sprechende Ärzte arm gerechnet ?

  • Warum sollen Ärzte maximal mit jedem 2. Patienten 1x pro Quartal 10 min reden dürfen ?

  • Warum werden Arzthonorare bezüglich sprechender Medizin rationiert, obwohl dies genauere Behandlungen ermöglicht und viel Geld für Medikamente und Falschbehandlungen spart ?

  • Warum schreiten die Aufsichtsgremien nicht ein, können die nicht rechnen oder schlafen die Experten dort ?  

 

NGWFA Kommentar:

  • Wen wundert da noch Ärztemangel ?

  • Zunehmend viele unnötige Arzneitote ?

  • Zunehmend viele unnötige Operationen ?

  • Burnoutfrust vieler Hausärzte ?

  • die Flucht vieler Ärzte in die technischen oder diagnostischen Arztberufe, die mehr und mehr Geld verschlingen ?

  • sich immer schneller drehende Kostenspirale im Gesundheitswesen?

 

Welchen Mindestlohn setzt die Politik an für ambulante, kurativ und präventiv wirksame sprechende Arztleistungen?

 

Zu Ihrer Information:

Auszug aus dem neuen einheitlichen Gebührenmassstab der Kassenärzte (EBM) der am 1.10.2013 in Kraft getreten ist:  

 

Betreuung, Behandlung und Gespräch bis zu 10 Minuten Dauer,

- In Anhang 1 aufgeführte Leistungen,

einmal im Behandlungsfall = 3 Monate :

 

bis zum vollendeten 4. Lebensjahr 23,60 €

236 Punkte

ab Beginn des 5. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr 15,00 €

150 Punkte

ab Beginn des 19. bis zum vollendeten 54. Lebensjahr 12,20 €

122 Punkte

ab Beginn des 55. bis zum vollendeten 75. Lebensjahr 15,70 €

157 Punkte

ab Beginn des 76. Lebensjahres 21,00 €

210 Punkte

 

Ab 10 Minuten Gespräch ( maximal bei jedem 2. Patienten bezahlt )

 = 9Euro= 90 Punkte., d.h. für 19 Minuten weiteres Gespräch insgesamt 12,20 plus 9 = 21,20€  

 

=  für 29  Minuten Gespräch= 21, 20 € + 9€ Umsatz = 30,20€  für sprechende Mediziner  = 60 € Stundensatz, aber nur, wenn nicht mit jedem Patienten gesprochen wird, denn die 9€ werden nur für jeden 2. Patienten pro Praxis pro Quartal bezahlt !

 

Nächstes Problem: Sinkenden Behandlungsfallzahlen wenn Ärzte zuhören:

 

Für jeden Patienten, mit dem mehr als 5 Minuten gesprochen wurde, können bei voller Praxisauslastung pro weitere 5 Minuten kein weiterer neuer Patient behandelt werden, d.h. es entgehen dem Praxisbetreiber die Fallpauschalen für weitere 3 Patienten, wenn er insgesamt 19 Minuten mit nur einem einzigen Patienten spricht, d.h. es gibt noch wenige Kontingente für weitere sprechende Leistungen, da die ja nur für jeden 2. bezahlt werden ! 

 

NGWFA Forderung an alle POLITIKER und ENTSCHEIDER bei Kassen und Ärzteschaft:

 

Schützen Sie als verantwortliche Entscheidungsträger Menschenleben! Patienten brauchen den Schutz des Gesetzgebers !

  • die die medizinische Versorgung vieler Frauen benachteiligen, die weit vor dem 55. LJ überdurchschnittlich häufig schwer chronisch krank werden und mehr sprechende Medizin zur Ursachenermittlung benötigen und mehr Umwelt- und -psychosomatische Medizin und klassischer Homöopathie zur Behandlung

  • die sprechende Medizin rationieren und unterbezahlen und dies viele Tausend Menschenleben jährlich in Deutschland kostet. Der Hausarzt soll und muss als niedrigschwellig zugänglicher Arzt als Lotse im Gesundheitswesen funktionieren und muss sich auch die Zeit zum Zuhören nehmen können. Jetzt bekommt er maximal 5 Minuten sprechende Medizin pro Quartal und Patient im Durchschnitt bezahlt und hat nicht einmal Zeit, fachgerechte  Ursachenanalysen zu machen, Menschen aufzuklären, seelischen Beistand in Krisen zu geben oder kostensparende aber Zeit benötigende erste Hilfe selbst zu leisten

  • Stoppen Sie die Falschberechnungen und Unterbezahlung sprechender Medizin in allen Arztgruppen, besonders im hausärztlichen Bereich

  • Führen Sie einen plausibel und durchschnittlich erreichbaren Mindestumsatz ein für sprechende Arztleistungen von 140 € pro Stunde. Das Argument der angeblichen Mengenausweitung sprechender Leistungen ist keines, denn Arzt-Zeit-Einsatz ist gut kontrollierbar

  • Stoppen Sie alle direkten und indirekten Rationierungsmaßnahmen bei kostensparender sprechender Medizin und Homöopathie in allen ärztlichen Gebührenordnungen

  • Setzen Sie die Pro Kopf Budgetierungen sprechender Leistungen aus , da die Fallzahlen durch jeden behandelten Fall kleiner werden und hier durch eine reziproke Fallzahldynamik sprechende Medizin nicht angemessen abgebildet werden kann.

Nur so können die Missstände im Gesundheitswesen weniger werden und Patienten vor unnötigen Risiken bewahrt werden wie z.B.

  • Zeitmangel vieler Ärzte für ursachenorientierte Anamnesen und Behandlungen,

  • Schlechtere Behandlungen von Erkrankungen, die überwiegend Frauen betreffen, da diese Erkrankungen meist zwischen 25 und 45 Jahren ihren Häufigkeitsgipfel haben und auch Krebs bei Frauen sehr viel früher auftritt durchschnittlich als bei Männern. Häufig beruhen Erkrankungen von Frauen auf verschiedenen Ursachen gleichzeitig, also multifaktorieller Art, die gesondert und individuell herausgefunden und behandelt werden müssen. Sehr viel häufiger als bei Männern sind hier Traumata, Allergien, Mangelerkrankungen, Umweltursachen oder sonstigen Überlastungssituationen gleichzeitig nicht selten gepaart mit Vergiftungen durch Chemikalien aus Kosmetika, Wasser oder genetisch analysierbaren Enzymstörungen ( mind. 10 % aller Frauen haben MCS ! ) Die Symptomatik chronifiziert und wird sehr teuer, wenn die wahren Ursachen nicht behandelt werden !  

  • weitere unnötige Arzneimitteltote

  • unnötige und teure technische Diagnostik

  • unnötige Facharztzuweisungen

  • unnötige Operationen und damit verbundene dann unnötige Infektionen und Risiken

  • Zunehmender Frust und Burnout vieler Ärzte, die zunehmen unmotivierter arbeiten

Nur so können Kosten im Gesundheitswesen in Milliardenhöhe eingespart werden.

Nur so kann der Arzt wieder Arzt werden, zuhören und die individuell notwendigen Maßnahmen mit dem Patienten zusammen auch finden ! 

 


Möchten Sie sich schämen müssen, wenn der Arzt finanziell drauflegt, wenn Sie ihn sprechen wollen oder müssen

 

Patienten wollen in großer Mehrheit ( 86 %, Emnid ), dass der Arzt mehr zuhört und sie versteht.  Sollen Sie sich in Zukunft wegen der Unterbezahlung der sprechenden Medizin für diesen sehr berechtigten Wunsch schämen ?

Nur genaue Anamnesen ermöglichen zielgenaue Zuweisungen und Behandlungen. Wenn beim Hausarzt gepfuscht werden muss, müssen das alle Versicherten teuer bezahlen und der jeweilige betroffene Patient ggf. sogar mit seinem Leben, das zeigen die 36000 Todesfälle jährlich in Deutschland auf Grund schulmedizinischer Medikamente und die vielen unnötigen Operationen mit ihren vielen Nebenwirkungen ganz zu schweigen von den vielen Milliarden, die unnötigerweise für Labor und teure technische Diagnostik ausgegeben werden, obwohl die Krankheitsursache nicht stofflich ist, sondern Traumata, Mobbing, schlechte Erfahrungen und Stress den Patienten krank gemacht haben  !

 

NGWFA Kommentar:

Niemand sollte sich innerlich schämen müssen, wenn er als GKV Patient beim Kassen-Arzt  viel oder auch nur mittleren Gesprächsbedarf hat und umfassend aufgeklärt werden möchte über Zusammenhänge, Ursachen, Risiken und Nebenwirkungen seiner Behandlung, denn dieses Recht steht ihm durch das Patientenrechtegesetz zu und der Arzt hat sogar die Pflicht, den Krankheitsursachen nachzugehen, nur warum bekommt er dafür kein Geld von den Bewertungsgremien ? 

 

Niemand sollte sich schämen müssen, wenn er wegen seelischer Probleme oder wegen Umwelterkrankung oder wegen komplizierter funktioneller oder psychosomatischer Beschwerden länger mit dem Arzt über die möglichen Ursachen reden möchte weil er das Wissen und die Unterstützung seines Arztes dazu benötigt ! Im Grundgesetz steht, dass niemand auf Grund einer seelischen Erkrankung oder seiner körperlichen Besonderheiten ( = wie eine Behinderung zu verstehen im Zeitalter der unerlaubten Durchschnittsbildungen ) benachteiligt werden darf.

 

Niemand soll sich schämen oder zuzahlen müssen, wenn er anstatt nebenwirkungsträchtiger Medikamente mit der insgesamt sehr kostensparenden klassischer Homöopathie behandelt werden möchte, weil diese

  1. unschädlicher ist als viele andere Verfahren
  2. Millionen Menschen damit gute Erfahrungen gemacht haben, auch wenn Statistiker noch Probleme mit der Methodik haben
  3. Homöopathie ein im SGB V ebenfalls gesetztlich geschützte besonderes Therapieverfahren ist, welches schon immer in die GKV Medizin gehörte und daher auch keiner neuen Aufnahme in den Bewertungskatalog bedarf sondern nur der Aufwand eben nur anständig bezahlt werden sollte.  

 

Nach wie vor fehlen im neuen EBM Abrechnungspositionen für

  • Klassische Homöopathie, obwohl die nach dem SGB V Bestandteil der GKV leistungen ist und nicht benachteiligt werden soll ?
  • Umweltmedizinische Anamnesen, obwohl zunehmend viele Allergieerkrankungen auftreten, das Trinkwasser an vielen Stellen zu viele Stoffe enthält, die krank machen können und zunehmend viele Menschen an Schwermetallvergiftungen und Entgiftungsstörungen leiden, die auf Umweltschäden oder Medikamenteneinnahmen zurückzuführen sind.
  • Traumaanamnesen, obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass sehr viele chronische Körperkrankheiten auf Traumatisierungen zurückzuführen sind und die Verläufe, Lebensqualität und Langzeit-Prognosen dieser Patienten deutlich besser werden, wenn die Traumaursachen gefunden und behandelt werden !

 

Für all diese Leistungen benötigen Ärzte, egal ob Schulmedizin oder Alternativmedizin Zeit für Anamnesen und individuelle Behandlungsplanung und individuelle Behandlungen. 

Zeit die nach wie vor und erneut keiner bezahlt, obwohl diese Menschen diese Behandlungen dringend brauchen und auch der Nutzen der Homöopathie in großen Studien belegt ist ( BKK Essen, IKK Sachsen, Schweizer Studie zum Nutzen der Homöopathie ).


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